Es soll ja Leute geben, die auf der Suche nach dem "Stein der Weisen" sind, mit dem man Metall zu Gold machen kann. Wir haben viel profanere Probleme und müssen unsere Grenzsteine suchen. Der Auftrag beginnt wie fast immer mit einer Mail unseres Bauleiters. "Wir konnten den Grenzstein nicht finden und können so nicht gewährleisten, dass wir die Garage genau auf der Grundsrücksgrenze aufstellen können".
Klingt eigentlich banal - aber nachdem uns einer der Nachbarn bereits auf seine Rechtschutzversicherung hingewiesen hat, falls die Garage falsch aufgestellt wird, birgt diese Aussage wieder Potential für einen Streit noch bevor wir überhaupt eingezogen sind.
Also mache ich mich am gleichen Tag auf zur Baustelle, um den vermissten Stein zu suchen. Das ist leichter gesagt als getan, da das Grundstück hinter dem Zaun aufgefüllt wurde und überall 40cm Erde drüber geschüttet wurde. Naja Erde ist eigentlichg zuviel gesagt. Sieht eher so aus, als würde nebenan ein Bauschutt-Deponie entstehen. Steine soweit das Auge reicht. Demenstprechend fällt es mir schwer einen von denen als Grenzstein zu definieren.
Während ich also schon eine teuere Neuvermessung unserer Grundstücks befürchte, mobilisiert Chrissi alle möglichen Leute, die wissen könnten, wo man den Stein suchen muss (Vorbesitzer, Anwalt usw.). Das Vermessungsamt gibt ihr dann den entscheidenden Tipp - der stein befindet sich genau 1,01m vom Zaun entfernt. Wenn man den Plan genau studiert, kann man das sogar erkenen.
Also bewaffnen wir uns mit Schäufelchen und Metermaß und machen uns am Wochenende ans Werk. Und tatsächlich - nach einigen Grabversuchen wird der Stein in ca. 30cm Tiefe lokalisiert. Die Welt ist wieder in Ordnung und die Garage kann zentimetergenau auf der Grenze positioniert werden. Ein Ärger weniger...